Berghütten, die es nicht mehr gibt

So manche Berghütte in den Karawanken gibt es nicht mehr, einige fanden einen neuen Standort und andere wiederum wurden umbenannt.

    Autorin JELENA JUSTIN
    Übersetzung BOJAN WAKOUNIG
    Fotos  ARCHIV DES GORENJSKI MUZEJ

Mit der Entwicklung des Tourismus wuchs Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts auch das Interesse für die Berge Sloweniens. Die Karawankenkette war dabei keine Ausnahme. Allmählich wurden die ersten Wanderwege markiert und es entstanden die ersten Berghütten. So manche davon gibt es nicht mehr, einige fanden einen neuen Standort und andere wiederum wurden umbenannt.

Im 19. Jahrhundert war das Gebiet des heutigen Slowenien Teil der Habsburgermonarchie. Im Jahre 1862 wurde zuerst der Österreichische Alpenverein, einer der ersten in Europa überhaupt, gegründet. Im Jahre 1869 folgte der Deutsche Alpenverein, der 1873 mit dem österreichischen fusionierte, womit der Deutsche und Österreichische Alpenverein (DÖAV) entstand. Ein Jahr später wurde die erste Sektion des DÖAV in Krain mit dem Sitz in Ljubljana gegründet.

Der Krieg hinterließ seine Spuren auch in den Bergen

Das Interesse der Krainer Sektion des DÖAV galt vor allem dem Kahlkogel – Golica (auf Deutsch früher Golitza genannt; im Franziszeischen Kataster als Holitza bezeichnet), der auch heute noch vor allem in den Frühlingsmonaten, in der Zeit der Narzissenblüte, unzählige Naturliebhaber anlockt. Die einzigartige Flora war schon immer ein Besuchermagnet. An der Stelle der heutigen Berghütte errichtete der DÖAV im Jahre 1892 eine Schutzhütte, die vor dem Ersten Weltkrieg die Deutsche Hütte genannt wurde. Der Platz, an dem die Hütte steht, der sogenannte Rigel, ist der schönste Aussichtspunkt des grünen und blühenden Kahlkoges. In der Zwischenkriegszeit wurde die Hütte in Untere Hütte umbenannt.

Im Jahre 1893 wurde der Slowenische Alpenverein gegründet, der von Jahr zu Jahr sein Netz an Sektionen ausweitete. Nach der Gründung der Sektion Kranjska Gora des Slowenischen Alpenvereins im Jahr 1903 wurde beschlossen, auf dem Kahlkogel, auf Slowenisch Golica, eine Schutzhütte zu errichten, die nach dem Doyen der slowenischen Bergsteiger Franc Kadilnik (1825–1908) benannt wurde. Die Berghütte wurde im Jahre 1905 fertiggestellt und wurde sogleich ihrer Bestimmung übergeben. Die Eröffnung gestaltete sich zu einem großen Festereignis. Der große Gönner des Slowenischen Alpenvereins Franc Kadilnik, der selbst 3000 Kronen für die Errichtung spendete, befestigte eigenhändig an der nach ihm benannten Berghütte die Tafel mit der Aufschrift Kadilnikova koča. Beide Berghütten auf dem Kahlkogel stellten eine Brücke zwischen den Bewohnern diesseits und jenseits der Karawanken. In der Zwischenkriegszeit wurden beide Hütten von der Sektion Jesenice des Slowenischen Alpenvereins betreut. Einen großen Einschnitt in das Leben und Geschehen auf dem Kahlkogel bedeutete der Zweite Weltkrieg. Beide Hütten brannten am 13. Juni 1943 nieder. Sie wurden von den Partisanen zerstört, um nicht einen Stützpunkt für das deutsche Militär darzustellen. Der Kahlkogel bekam erst im Jahre 1983 eine neue Hütte.

Die erste Hütte auf der Kofce-Alm wurde ein Raub der Flammen

Die Kofce-Alm an der Südseite des zehn Kilometer langen Koschutakammes, bekam die erste Berghütte im Jahre 1927. Sie stand etwas unterhalb des heutigen Gebäudes und wurde von einer besonders zu diesem Zweck von der Sektion Tržič des Slowenischen Alpenvereins gegründeten Genossenschaft errichtet. Neben der Schutzhütte wurde im Jahre 1926 auch mit dem Bau einer Kapelle begonnen, die zwei Jahre später eingeweiht und ihrem Zweck übergeben wurde. Kurz nach dem deutschen Überfall auf Jugoslawien im Jahre 1941 wurde die Kapelle von einem örtlichen Mitglied des Deutschen Kulturbundes beschädigt. Im Februar des Jahres 1945 brannten die Partisanen, die befürchteten, die Berghütte könnte ein Stützpunkt der deutschen Armee werden, diese nieder, wobei auch die nahegelegene Kapelle ein Raub der Flammen wurde. Die Kapelle wurde im Jahr 1966 erneuert. Die heutige Berghütte auf der Kofce-Alm – Dom na Kofcah – ist eine ehemalige Privathütte, die nach dem Krieg von der Sektion Tržič des Slowenischen Alpenvereins übernommen und zu einer Schutzhütte ausgebaut wurde. 

Heute gibt es in den Karawanken 18 Berghütten, jede davon hat eine interessante Geschichte.

Auf der Begunjščica – von der Vilfan- zur Roblekhütte

Die erste Hütte auf der Begunjščica wurde nach Janko Vilfan benannt, einem Rechtsanwalt aus Radovljica und Präsidenten der dortigen Sektion des Slowenischen Alpenvereins. Sie wurde im Jahre 1909 errichtet, war jedoch tiefer gelegen als die heutige Hütte und an einer unpassenden Stelle. Die heutige Roblek-Schutzhütte wurde im Jahre 1933 fertiggestellt und nach Hugo Roblek (1871–1920) benannt, dem Initiator des Alpinismus in Oberkrain, der beim Brand des slowenischen Volksheimes in Triest tragisch ums Leben kam.

Die ehemalige Berghütte auf der Kofce-Alm