Die Wahrheit ist das erste Gesetz der Geschichte

    Autor JOŽE KOŠNJEK    
     Übersetzung BOJAN WAKOUNIG

Beim Hermagoras Verlag in Klagenfurt erschien ein neues Buch des slowenischen Historikers Marjan Linasi mit dem Titel Das Miestal und das Gebiet um Dravograd in den stürmischen Jahren 1941-1945 mit dem Untertitel Partisanenwiderstand, Revolution, Machtübernahme, Opfer (im slowenischen Original: Mežiška dolina in območje Dravograda v viharnih letih 1941–1945 s podnaslovom Partizanski odpor, revolucija, prevzem oblasti, žrtve). Über sein neustes äußerst lesenswertes Buch mit eine Vielzahl an überprüften Daten und Dokumenten meint er, dass ihn nicht nur der Krieg allein, der Verlauf militärischer Operationen und die Endkämpfe interessiert haben, sondern die Frage, wie stark die Befreiungsbewegung in der Bevölkerung Fuß fassen und tatsächlich Anhänger gewinnen konnte. Er beschreibt besonders die Paralleltätigkeiten der Partisanen, wie es das Sanitäts- und Druckwesen waren, die Wirtschafts- und Versorgungstätigkeit sowie die Repressionen der Partisanen, wie sie sich in der Gerichtsbarkeit und den Bestrafungen zeigten. Ein besonderes Merkmal galt den Liquidationen durch die Partisanen, die ein besonders empfindliches Thema darstellen, und der Machtübernahme. Er setzt sich auch mit den Abrechnungen nach dem Krieg auseinander, vor allem mit jenen in Leše und anderen Orten des Tales: „Hier gibt es zahlreiche Ungereimtheiten, die ich bisher nicht auflösen konnte. Diese Problematik braucht eine gesonderte Abhandlung“, meint Linasi. Im Leben und all seinen Werken ist er ein Verfechter der Wahrheit, die Cicero zufolge das erste Gesetz der Geschichte ist. Daran hält er sich, ob es jemanden passt oder nicht. Mit dieser Einstellung ist er weder der Linken noch der Rechten genehm, weswegen er Probleme mit beiden Seiten hatte. "Mich interessiert nur, ob etwas wirklich geschah oder nicht. Aus meinen Erfahrungen aber weiß ich, dass kluge Menschen auch eine unangenehme Wahrheit akzeptieren“, stellt er fest. Marjan Linasi betont, dass er bei der Herausgabe aller Bücher mit der Partisanen- und Widerstandsthematik eine große Unterstützung durch den Hermagoras Verlag fand. Gemeinsam wurde erkannt, dass in Kärnten ein Mangel an Literatur herrscht, die den Partisanenwiderstand objektiv betrachten würde.

Cover von Linasis letztem Buch Mežiška dolina und das Gebiet von Dravograd in den stürmischen Jahren von 1941 bis 1945