Hemma und Rosalia beschützen das Jauntal

    Autor JOŽE KOŠNJEK 

Die zweisprachige Gemeinde Globasnitz (Globasnica) im Herzen des Jauntales ist etwas Besonderes. Selten woanders ist die Geschichte auf so kleinem Raum so verdichtet wie in den umliegenden Ortschaften und auf dem Hemmaberg, der sich rund 800 m über Seehöhe erhebt. In dieser Gegend, durch die bedeutende antike Verkehrswege führten, war das Leben schon zu Zeiten der Kelten und Römer rege, aber auch später bei den Ostgoten und nach der Ankunft der Slawen. Viele der Gegenstände, die von Archäologen im Jauntal gefunden wurden, sind im Pilgermuseum in Globasnitz zu besichtigen. 

Der Hemmaberg oberhalb von Globasnitz ist Teil des Geoparks Karawanken und eine der Stationen am Hemma-Pilgerweg. Auf dem Berg wurden von den Archäologen fünf Kirchen, Gräber und Pilgerunterkünfte freigelegt. Die am Gipfel thronende Kirche ist den hll. Hemma und Dorothea geweiht und wurde Ende des 15. Jahrhunderts errichtet. Auf dem Hemmaberg wird aber auch die hl. Rosalia verehrt. Die Verehrung dieser in Palermo auf Sizilien geborenen Heiligen, die ihre Heimatstadt vor der Pest gerettet hatte, begann im Jauntal im Jahr 1680, als die Pest auch dort drohte. Die Fürbitten halfen. Bei der Kirche wurde eine Kapelle angebaut und in der Felsgrotte unter dem Gipfel eine Statue der schlafenden Heiligen installiert. Der Legende nach rettete sie einen Buben, der von seinem Stiefvater in den Abgrund gestoßen wurde. In der Grotte entspringt eine Quelle, der heilende Kräfte zugeschrieben werden. Und auch sonst ist der Berg im Zeichen des Wassers und des Lebens. Neun Stationen des Weges „Ad fontes – Zu den Quellen“ laden zum Verweilen und Meditieren ein. Der Hemmaberg ist auch eine Station am Hemmapilgerweg, der mit dem Leben der hl. Hemma in Verbindung stehende Orte in Kärnten und Slowenien miteinander verbindet.