Meine Gedichte sind nicht düster, sondern wahr

    Autor JOŽE KOŠNJEK

Der Hermagoras-Verlag hat im Rahmen des Projektes Smart Tourist eine Gedichtsammlung von Lucija Mirkac aus Leše bei Prevalje na Koroškem herausgegeben. Der Gedichtband wurde von der Dichterin »Garatar« benannt. Auf die Frage, was »Garater« bedeute, antwortete sie, »Garatar« bedeute »Zuhause«, gleichzeitig sei es aber der dunkle Wald der Toten, wo die Toten ihre Geschichten unter den Baumwurzeln hervor flüstern. »Garatar« ist in seinem vergessenene Sinn aber auch der Ort der Läuterung. Dazu imstande sein, sowohl Leben als auch Tod anzunehmen – das ist das Wesen des »Garatar«. Über die Werke ihres zweiten Gedichtbandes, das erste erschien 2014, sagt sie, sie seien nicht düster, sondern wahr. Sie seien aber auch ein wenig melancholisch, was für die Kärntner charakteristisch sei. Wenn wir uns unsere Volkslieder ansehen, so sei nur eine Handvoll von ihnen munter. Lucija Mirkac ist kurz vor dem Abschluss ihres Studiums der vergleichenden Literaturwissenschaft und Slowenistik an der Philosophischen Fakultät in Ljubljana, wo sie sich hauptsächlich der katholischen Lyrik und Dialekten widmet. Zunächst sah es danach aus, dass sie Musikerin würde, schließlich wuchs sie auch in einer musikalischen Familie auf, allerdings wurde sie von der Literatur berauscht. Sie ist Theaterliebhaberin und manchmal schreibt sie auch für ihre Theatergruppe. Sie sagt, Koroška atme anders als die anderen Teile Sloweniens, es sei von einer besonderen Landschaft gekennzeichnet, die Einfluss auf die Schaffenskraft ausübe. Auch deshalb seien im slowenischen und kärntnerischen Teil Sloweniens so viele erfolgreiche Literaten geboren worden. Lucija Mirkac schreibt auch auf Polnisch, weil ihr Mutter Polin ist.

Cover der Gedichtsammlung Garatar