Wenn sich in den Krimis die Kärntner Realität widerspiegelt

    Autor BOJAN WAKOUNIG

Martin Kuchling, Kärntner slowenischer Autor, hat bisher drei Romane und einen Gedichtband veröffentlicht. Sein erster Roman Iskanje Nataše (Natašas Suchen) stellte den suchenden Menschen in den Mittelpunkt, die beiden letzten Bücher – Umor v zaspanem mestu (Mord in der verschlafenen Stadt) aus dem Jahr 2009 und Ko se mačke ženijo (Wenn sich die Katzen vermählen) aus dem Jahr 2016 – sind Kriminalromane. Das Geschehen hat Martin Kuchling im Kärntner Umfeld platziert, in jenem Mikrokosmos, der auch heute noch von nationalen Spannungen und Sprachenkonflikten mitbestimmt wird. „In den letzten beiden Büchern wollte ich jene Welt zeigen, die wir alle in Kärnten kennen. Ich musste nicht alles ganz genau beschreiben, die Kärntner können so manches zwischen den Zeilen herauslesen“. Dabei bediente sich der Autor großzügig auch des Humors und der Ironie.

Martin Kuchling ist auch in der Initiative Slowenisch in der Familie (Slovenščina v družini) aktiv, die sich für die Pflege der slowenischen Sprache vor allem in gemischten Ehen einsetzt. Die Muttersprache seiner Ehefrau ist nämlich Deutsch. „Ihr Vater sprach mit mir noch oft Slowenisch. Er war froh darüber, dass unsere Kinder, seine Enkel, Slowenisch sprechen, er sagte aber auch, dass es schade sei, dass er seinen Kindern nicht habe Slowenisch beibringen können, weil damals halt solche Zeiten waren“. Mit seinen Kindern sprach Martin Kuchling von Anfang an konsequent Slowenisch. „Wenn man das nicht macht, werden die Kinder kein Slowenisch sprechen. Das Kind begreift schnell, das eine Sprache, die einmal präsent ist und dann wieder nicht, nicht wichtig ist. Und antworten dann nur noch auf Deutsch“.

Am 8. Dezember wird im Klagenfurter Stadttheater Kuchlings erstes Drama uraufgeführt, das anhand persönlicher Schicksale die Geschichte der Kärntner Slowenen im 20. Jahrhundert veranschaulicht.