Erinnerungen an den Dichter Matej Bor

    Autorin  MARJANA AHAČIČ
    Übersetzung BOJAN WAKOUNIG

Ende September waren es 27 Jahre, seit in Radovljica der slowenische Dichter, Schriftsteller, Dramatiker und Übersetzer Matej Bor im Alter von 80 Jahren starb. Geboren wurde er als Vladimir Pavšič im Jahre 1913 in Grgar bei Gorizia/Gorica/Görz, Matej Bor war sein Künstler- und Partisanenname. In der slowenischen Literatur etablierte er sich während des Zweiten Weltkrieges. Aus jener Zeit stammen auch viele seiner bekannten Partisanenlieder.

Nach Kriegsende verdingte er sich mit schriftstellerischer Tätigkeit, vor allem als Übersetzer der Werke William Shakespeares, von dem er 18 Dramen ins Slowenische übertrug. Er schrieb auch Theaterwerke, Drehbücher, Romane, Novellen, Theaterkritiken, Essays, Epigramme sowie Poesie für Kinder und Erwachsene.

Nach Radovljica, wo er bis zu seinem Tod im Jahr 1993 sehr kreativ, doch zurückgezogen lebte, kam Matej Bor im Jahr 1960. Das mit üppigem Grün umgebene Haus am Stadtrand wird von den Einheimischen auch heute noch Bor-Haus genannt, obwohl es von den Nachkommen des Dichters schon vor mehr als einem Jahrzehnt an das gemeindeeigene Rehabilitationszentrum vermietet wurde. Interessant ist, dass in Radovljica keine Gasse oder Platz nach Bor benannt wurden; die Erinnerung an ihn wird in der dortigen Bibliothek Anton Tomaž Linharts aufrechterhalten, wo mehrere der Gegenstände aus seinem Haus, wie der Schreibtisch oder Manuskripte, aufbewahrt werden.